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EU Umfrage zur Schule des 21. Jahrhunderts Drucken

Europas Schulen fit machen für das 21. Jahrhundert: die Europäische Kommission leitet eine öffentliche Konsultation ein

Am 12. Juli hat die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation mit dem Titel „Schulen für das 21. Jahrhundert" auf den Weg gebracht. Die Konsultation, die auf acht Schlüsselfragen beruht, soll dazu dienen, Meinungsäußerungen über die Entwicklung und Modernisierung der Schulbildung in den Mitgliedstaaten einzuholen. Dabei will man die Bereiche ausfindig machen, in denen ein gemeinsames Vorgehen auf Ebene der Europäischen Union die Mitgliedstaaten bei ihren eigenen Bemühungen zur Modernisierung der Schulen wirksam unterstützen könnte.

Die Konsultation findet in allen Amtssprachen statt und steht interessierten Kreisen und der breiten Öffentlichkeit offen, einschließlich von Lehrer-, Eltern- und Schülervereinigungen. Sie läuft bis zum 15. Oktober 2007.

Die Kommission gewährt den Mitgliedstaaten Unterstützung auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung, insbesondere dadurch, dass sie die Kooperation fördert und den Austausch von Informationen, Daten und vorbildlichen Verfahren voranbringt.

In letzter Zeit hat sich der Schwerpunkt dieser Kooperation in zunehmendem Maße auf das Thema Schulbildung verlagert, da Europa mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert ist:

  • im Jahre 2005 haben etwa 6 Millionen Jugendliche (im Alter von 18 bis 24 Jahren) die Schule vorzeitig verlassen;
  • ein Fünftel der Fünfzehnjährigen verfügt nicht über eine angemessene Lesefertigkeit und
  • die volle Nutzung des Potentials der EU auf Gebieten wie Mathematik und Naturwissenschaften wird weiterhin durch geschlechterspezifische Unterschiede behindert.

Daher hat die Kommission beschlossen, eine öffentliche Konsultation in die Wege zu leiten, um die Ansichten aller Betroffenen über die Zukunft der europäischen Schulen kennenzulernen. Die Konsultation ist sehr umfassend angelegt; sie steht der breiten Öffentlichkeit und allen interessierten Parteien offen, einschließlich von Lehrer-, Eltern- und Schülervereinigungen.
Man will in Erfahrung bringen, auf welchem Gebiet eine Kooperation auf europäischer Ebene die Mitgliedstaaten bei ihren eigenen Bemühungen sinnvoll unterstützen könnte, die Schulen auf das 21. Jahrhundert vorzubereiten.

Zu dieser Konsultation bemerkte der für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständige Europäische Kommissar, Ján Figel': „Die Bildung steht im Mittelpunkt der Bemühungen, die Wettbewerbsfähigkeit und den sozialen Zusammenhalt der EU zu verbessern. Schulen kommt dabei besondere Bedeutung zu. Nicht nur werden in ihnen die Voraussetzungen dafür geschaffen, wie die Menschen an die Herausforderung des lebenslangen Lernens herangehen, sondern sie schulen diese auch in den Bereichen Staatsbürgerschaft, Solidarität und partizipative Demokratie. Allerdings müssen wir uns weiter anstrengen, wenn unsere Schulen den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sein sollen. Insbesondere müssen sie in der Lage sein, den Menschen alle Schlüsselkompetenzen zu vermitteln, die sie brauchen, um ihren Platz in unserer zunehmend wettbewerbsorientierten, wissensbasierten Gesellschaft einnehmen zu können."

In der Unterlage zur öffentlichen Konsultation werden acht Gebiete aufgeführt, auf denen beträchtliche Verbesserungen denkbar sind und ein gemeinschaftliches Vorgehen irgendeiner Form von Nutzen sein könnte:

  1. Lehrplan: Wie lassen sich Schulen derart organisieren, dass allen Schülern das gesamte Spektrum der Schlüsselkompetenzen vermittelt wird?
  2. Lebenslanges Lernen: Wie können die Schulen jungen Menschen die Kompetenzen und die Motivation dafür vermitteln, ein Leben lang zu lernen?
  3. Wirtschaftsrelevanz: Wie können Schulsysteme ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Europa befördern?
  4. Gerechtigkeit: Wie können Schulsysteme am sinnvollsten der notwendigen Aufgabe nachkommen, Gerechtigkeit zu fördern, die kulturelle Vielfalt anzunehmen und das Phänomen des Schulabbruchs abzubauen?
  5. Integration: Wenn es die Aufgabe der Schulen ist, auf die individuellen Lernbedürfnisse jedes Schülers einzugehen, was lässt sich dann im Hinblick auf Lehrpläne, Schulorganisation und Rolle der Lehrer erreichen?
  6. Staatsbürgerschaftliche Einstellung und Demokratie: Wie kann das schulische Umfeld dazu beitragen, junge Menschen auf ihre Rolle als verantwortliche Bürger vorzubereiten, in Übereinstimmung mit Grundwerten wie Frieden und Toleranz gegenüber der Verschiedenartigkeit?
  7. Lehrkräfte: Wie lassen sich Angehörige des Schulpersonals so ausbilden und unterstützen, dass sie den mit ihren Aufgaben verbundenen Herausforderungen gewachsen sind?
  8. Management: Wie kann man Schulgemeinschaften am zweckmäßigsten so führen und motivieren, dass sie Erfolg haben? Wie lässt sich ihre Handlungsfähigkeit so ausbauen, dass sie sich verändernden Bedürfnissen und Anforderungen gerecht werden?

Die Ergebnisse dieser europaweiten Konsultation werden als Orientierungsrahmen für zukünftige Diskussionen mit den Mitgliedstaaten über Schulpolitik dienen und anschließend in eine formelle Grundsatzerklärung in der Form einer Mitteilung der Europäischen Kommission eingehen.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/consult/index_de.html.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 13. Juli 2007 )
 
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