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20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs (Salzburg) Print
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20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs (Salzburg)
Eröffnung und Einleitungsvorträge
Beispiele für das Zusammenwachsen Europas nach 1989
Das Beispiel Bosnien und Herzegowina
Arbeitsgruppe 1: Europa wächst zusammen
Arbeitsgruppe 2: Mehrere Staaten Südost-Europas stehen noch im Abseits
Arbeitsgruppe 3: Nie wieder Krieg in Europa!
Bildimpressionen vom Europäischen Abend

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassten sich in drei Arbeitsgruppen mit dem zukünftigen Entwicklungen und Möglichkeiten des Zusammenlebens der Menschen in Europa, insbesondere aber mit mit den Perspektiven Süd-Ost-Europas.

Arbeitsgruppe 1

Europa wächst zusammen

Fragestellung: Was kann die EU, was können die nationalen Regierungen, was wir alle tun, damit sich die Menschen (schneller) näher kommen?
Leitung: Sabine Bliestle

Die Teilnehmer an der Arbeitsgruppe 1 diskutierten den potentiellen EU-Beitritt der Balkanstaaten auf zwei Ebenen: Was sind die Rechte dieser Staaten, aber auch, was sind deren Pflichten?

Der Grundgedanke unserer Herangehensweise war die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg, die vor allem von der Politik und von Organisationen (Städte-, Schul-, Vereinspartnerschaften) angestoßen wurde. Dieses Modell der Begegnung und Versöhnung könnte auf die Balkanstaaten angewendet werden. Die EU-Verantwortlichen müssten eingestehen, dass sie keinen Plan für den Umgang mit Krieg, Traumata und seelischen Verletzungen (wie auf dem Balkan passiert) hatten. Und solche Pläne für den Notfall ab sofort entwickeln.

Die EU müsste folgende Programme für die Bevölkerung in den für den Beitritt in frage kommenden Staaten auflegen:

  • ag1breit angelegte Vermittlung der Werte der Europäischen Union an möglichst viele gesellschaftliche Gruppen (Schulen, Nichtregierungsorganisationen, Vereine usw.) Dies könnte durch die Ausbildung von einheimischen Teamern geschehen, die das Gelernte dann zu Hause unterrichten
  • Gelder bereit stellen zur Ausbildung von Erziehern, die diese Werte, das friedliche Zusammenleben unter Nachbarn, schon im Kindergarten unterrichten (Friedenserziehung)- Gemeinschaftseinrichtungen für die verfeindeten Ethnien bauen (Brunnen, Schulen, Krankenhäuser)
  • Gelder für den Jugendaustausch mit EU-Mitgliedsstaaten bereitstellen
  • Gelder für die Beseitigung der Kriegsruinen zur Verfügung stellen, zerschossene Ruinen beseitigen und Landminen räumen (wie soll eine Zukunft entstehen, wenn man täglich an den Krieg erinnert wird ?)
  • Sonderkonditionen für den Aufbau von kleinen und mittleren Unternehmen gewähren: Stichwort „Werte und Wirtschaft"

Aus unserer Sicht haben die Balkanstaaten auch eine Bringschuld, was ihre Mitgliedschaft in der Europäischen Union angeht:

  • Das Eingeständnis von Schuld bedingt die Gewährung von Vergebung.Das heißt, die ehemaligen Kriegsgegner müssten sehr schnell eine Vergangenheitsbewältigung beginnen, indem sie sich zu ihrer kollektiven Schuld bekennen und um Vergebung bitten (Modell: Bundesrepublik Deutschland).Helfen könnte eventuell, wenn die Oberhäupter der verschiedenen Religionen bzw. hochrangige Vertreter der einzelnen Ethnien diesen Schritt öffentlich vollziehen würden.
  • Schnelle Klärung der Eigentumsverhältnisse. Wiederaufbau ist nicht möglich, solange diese Fragen offen sind.
  • Bedingungslose Verfolgung der noch untergetauchten Kriegsverbrecher und deren Auslieferung an den Haager Gerichtshof
  • Gerichtsverfahren für Mörder und Vergewaltiger, die bekannt sind und noch frei herumlaufen. Diese Schuldigen müssen identifiziert und abgeurteilt werden, damit die Opferfamilien einen neuen Anfang machen können.
  • Die Balkanstaaten müssen den Wertekanon der EU anerkennen, Werbung dafür machen und auch einhalten. Blutrache und solche Dinge haben in der EU nichts zu suchen. Korruption auch nicht.

Fazit:
Um die Balkanstaaten an die EU heranzuführen braucht es Geld, viel Geld für Aufklärung, Bildung, Friedenserziehung, Aufbau einer Zivilgesellschaft und den Aufbau einer Wirtschaft.Gleichzeitig muss die EU den Balkanstaaten klar machen, dass von ihnen auch etwas erwartet wird, das Mittragen der Philosophie (z. B. Souveränitätsverzicht) und des Wertekanons der Europäischen Union in vollem Umfang.



Last Updated ( Dienstag, 30 März 2010 )
 
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